Mörtel- und Blattschneiderbienen - Megachile

Systematik
Ordnung:Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung:Taillenwespen (Apocrita)
Überfamilie:Bienen und Grabwespen (Apoidea)
Serie:Bienen (Apiformes)
Familie:Megachilidae
Gattung:Mörtel- und Blattschneiderbienen
Wissenschaftlicher Name:Megachile

Die Mörtel- und Blattschneiderbienen werden unterschiedenbauen in der Art und Weise wie sie ihr Nest bauen.

  • Die Blattschneiderbiene, auch Tapezierbiene genannt, baut ihr Nest in Hohlräume und tapeziert diese mit vorher abgeschnittenen Blattstücken aus.
  • Die Mörtelbiene mauert ihr Nest aus Erde und kleinen Steinen auch in Hohlräumen oder freistehend. Die Mörtelbienen werden von manchen Autoren einer eigenen Gattung den Chalicodoma zugeordnet.

Merkmale

Die Mörtel- und Blattschneiderbienen haben einen sehr breiten Kopf, Bruststück und Hinterleib und lange, an der Basis verbreiteten Mandibeln . Beim Weibchen ist der Hinterleib auf dem Rücken bedeutend abgeflacht, auf der Bauchseite trägt es eine oft auffällig gefärbte Bauchbürste, in der die Pollen transportiert werden. Beim Männchen sind die beiden letzten Hinterleibsringe nach unten eingekrümmt, auch hat es keine Bauchbürste. Der Hinterleib wird bei beiden Geschlechtern oft in typischer Weise schräg nach oben gestreckt.

Verbreitung

Die Gattung ist fast weltweit verbreitet. Einige Blattschneiderbienen sind in Mitteleuropa häufig. Mörtelbienen kommen in Nordeuropa nicht vor, sie sind in Mitteleuropa stark zurückgegangen und inzwischen sehr selten, einige Arten lassen sich jedoch im Mittelmeerraum häufiger beobachten.

Lebensweise

Blattschneiderbienen bauen ihre Nester in Baumlöchern, Mauerspalten, Erdhöhlen, anderen vorhandenen Hohlräumen oder sie graben ihre Nester selbst in markhaltigen Stängeln, Totholz oder im Boden. Die Brutzellen werden mit abgeschnittenen Blattstücken verschiedener Laubbäume, Sträucher oder Kräuter tapeziert. In jede Zelle wird ein Pollenvorrat und ein Ei gelegt und die Zelle wird dann mit weiteren Blattstücken verschlossen.

Die Nester der Mörtelbienen sehen oft wie auffällige Lehmklumpen an Steinen oder Wänden aus. Die Zellen werden in den folgenden Jahren oft gesäubert und wiederbenutzt.

Die entwickelten Larven spinnen in ihrer Zelle einen Kokon und überwintern dort, um im nächsten Frühjahr als Bienen zu schlüpfen.

Megachile im Garten

Blattschneiderbienen sind häufig in der Umgebung menschlicher Behausungen und in Gärten anzutreffen (Synanthropie) . und zählen damit für Naturkundige zu den vertrauten Erscheinungen.

Blattschneiderbienen sind wichtige Bestäuber vieler Kultur- und Wildpflanzen. So wird zum Beispiel die Blattschneiderbiene Megachile rotundata in Nordamerika und Europa speziell zur Bestäubung von Luzerne gezüchtet.
Das Vorkommen von Blattschneiderbienen oder gar seltenen Mörtelbienen in Gärten und landwirtschaftlichen Kulturen wird daher von vielen Gärtnern begrüßt. Blattschneiderbienen können durch Nisthilfen und Anbau von Pollenpflanzen im Garten gefördert werden.

Einige Rosenzüchter betrachten Blattschneiderbienen als Schädlinge, da sie exakt kreisrunde Löcher (mit bis zu 1 cm Durchmesser) vom Rand her in die Rosenblätter schneiden. Es handelt es sich jedoch nur um eine kleine Beschädigung am Laubblatt, die die betroffene Pflanze kaum beeinträchtigt. Eine Bekämpfung ist daher in den meisten Fällen weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll, und verbietet sich in Deutschland aufgrund des besonderen gesetzlichen Schutzes, unter dem die Blattschneiderbienen stehen.

Auch bei uns im Garten kommen die Blattschneider prima mit unseren Rosen zurecht.