Stechapfel (Datura stramonium)

Boden: fruchtbar
Standort: Sonne / Halbschatten
Herrkunft:
Höhe: 120 cm
Breite: 50 cm
Wuchsrichtung: aufrecht
Blätter: sommergrün
Blattfarbe: grün
Blüte: Juni bis Oktober
Blütenfarbe: weiß
Pflege:
Feuchtigkeit:
Winterhart: nein, aussamend
Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledoneae)
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Unterfamilie:
Tribus:
Untertribus:
Gattung: Stechäpfel
Art:
Wissenschaftlicher Name: Datura

Gemeiner Stechapfel Der Stechapfel ist eine einjährige kräftige Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse von 30 cm bis zu 120 cm Höhe. Er blüht von Juni bis Oktober. Seine dekorativen weißen Blüten können über 5 cm lang werden. Sie sitzen einzeln und aufrecht in den Blattachseln des Krautes und öffnen sich erst abends, wenn die Nachtfalter zu fliegen beginnen. Langrüsslige Arten wie Schwärmer sind nämlich die Bestäuber dieser typischen Nachtfalterblume. Genauso dekorativ wie die Blüten sind die Samenstände des Stechapfels, die bisweilen in Trockensträußen Verwendung finden. Sie erinnern an die Fruchtkapseln der Rosskastanie und enthalten Hunderte von schwarzen Samen . Bis zu 20.000 Samen kann eine einzige Pflanze hervorbringen.

Früher hielt man sich den Stechapfel nicht zur Zierde. Vielmehr interessierte man sich für seine hochgiftigen Inhaltsstoffe, die Alkaloide. Schon früh begann man diese zu nutzen. So wurden Pferde mit Stechapfel eingerieben, damit sie von Bremsen verschont blieben. Todkranke Menschen beräucherte man mit ihm, wenn diese lange nicht sterben konnten. Daneben benutzte man den Stechapfel als halluzinogene Droge. Man verbrannte Stechapfelsamen auf glühender Kohle und atmete den Rauch ein. Dadurch gerieten die Anwesenden in einen zauberartigen Rauschzustand. In Arabien wurde der Stechapfel auch Getränken und Tabak beigemischt, um solche euphorischen Zustände herbeizuführen. Selbst in die Bordelle hielt der Stechapfel Einzug: Die Mädchen sollten durch seine besondere erotische Wirkung arbeitsfreudiger gemacht werden.

Heute ist der Ruhm des Stechapfels verblasst, obgleich er in der Pharmazie noch immer verwendet wird. Seine Wirkstoffe helfen Asthmatikern.

Der ursprünglich im subtropischen Amerika beheimatete Stechapfel gelangte erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts nach Innsbruck und Wien, von wo aus er rasch verwilderte. Heute findet man ihn nur noch recht selten. Er teilt damit das Schicksal vieler Ruderalpflanzen, die auf Schutt, an Wegrändern, an Kompostlagerstätten und in Gärten an gut mit Nährstoffen versorgten Plätzen vorkommen, heute aber immer mehr unserer Ordnungsliebe zum Opfer fallen.

Vergiftungserscheinungen

  • Es bildet sich eine rote, trockene und heiße Haut
  • Durst
  • Erbrechen
  • Erregungsanfälle
  • Fieber
  • Krämpfe
  • Sehstörungen
  • Herzrasen
  • Unruhe
  • Übelkeit
  • Tobsuchtsanfälle
  • Verwirrtheit
  • Verstärkter Tränenfluss

Nach dem Verzehr von Stechapfel auftretende Halluzinationen können bis zu mehrere Tage bestehen bleiben. Es können starke Verwirrtheitszustände auftreten, der Betroffene kann plötzlich völlig unsinnige und vor allem gefährlich Dinge tun.
Durch eine Vergiftung kann es schließlich zu tödlichen Atemstillständen kommen.
Bereits 0,3 Gramm des Stechapfels gelten als giftig!

Geschichtliches um den Stechapfel

Der Stechapfel wurde im Mittelalter für die so genannte Hexen-Flug-Salbe verwendet. Auch Liebestränke stellte man aus den Samen her, oder man verräucherte die Samen, um die Sinne zu berauschen.

Im Orient wurden (und werden wohl immer noch) Bestandteile des Stechapfels dem Tabak hinzugegeben und geraucht.

Pferden steckte man früher Stechapfelblätter in den Darm, damit sie mehr Temperament hatten und so beim Verkauf einen besseren Preis erzielten.