Mosbach



Historisches Wappen der StadtMosbach ist Kreisstadt des Neckar-Odenwald-Kreises. Mit den Stadtteilen Diedesheim, Lohrbach, Neckarelz, Nüstenbach, Reichenbuch, Sattelbach und Waldstadt zählt es rund 24 000 Einwohner. Mosbach liegt im malerischen Elztal, nahe der Mündung der Elz in den Neckar. Rund um die Stadt gibt es Wälder und Landschaften von hohem Erholungswert.

Bei einem Bummel durch die historische Altstadt begegnet man an vielen Häusern Handwerkerzeichen, die die Handwerkertradition von Mosbach unterstreichen. Auch sonst pflegt die Stadt alte Traditionen.  Gleichzeitig präsentiert sie sich aber auch als eine moderne und aufgeschlossene Stadt. Für den Neckar-Odenwald-Kreis ist sie Handels- und Dienstleistungszentrum. Besonders attraktiv ist der Einzelhandel, der zahlreiche Käufer in die Fußgängerzone der Innenstadt zieht. Die Altstadt ist beispielhaft saniert. Farbenprächtiges Fachwerk am Marktplatz und in den Gassen bildet die Kulisse für das pulsierende Geschäftsleben. Der Marktplatz ist Bühne für Gaukler und Jongleure. Theatervorstellungen, Konzerte, Trödelmärkte oder Vorführungen von Trachten- und Volksgruppen gehören ebenso zum Stadtbild. Für das leibliche Wohl sorgen zahlreiche Straßencafés, Weinlokale und Restaurants.


Zur Geschichte
Niemand wird wohl jemals feststellen können, wann genau die ersten Menschen sich im Tal der Elz, nahe ihrer Mündung in den Neckar, niederließen. Bodenfunde, aber auch noch sichtbare Grabhügel bezeugen jedoch die frühe Besiedlung dieser Region schon in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Gegen Ende des ersten Jahrhunderts nach Christus, zur Römerzeit lag Mosbach an einem wichtigen Handelsweg und mit dem Limes erreichte die römische Kultur den Elzmündungsraum, eindrucksvolle Spuren dieses monumentalen Bauwerkes sind noch heute im nur wenigen Kilometer entfernten Elztal-Neckarburken sichtbar. Im Jahr 1986 wurde darüber hinaus im Stadtteil Diedesheim eine Jupitergigantensäule entdeckt. In Mosbach selbst jedoch fand sich bis heute kein Zeugnis einer römischen Siedlung.
Franken und Alemannen hinterließen ihre Spuren in Form von Reihengräbern aus dem Zeitraum 450 bis 750 n. Chr. im Stadtteil Neckarelz.

Wappen der StadtDie Anfänge von Mosbach selbst gehen zurück auf eine Klostergründung im 8. Jahrhundert. Diese wird dem fränkischen Missionar Pirmin im Jahre 736 zugeschrieben, was jedoch historisch nicht gesichert ist. Das Benediktinerkloster, das 826 erstmals urkundlich erwähnt wurde, befand sich an der Stelle, wo heute die Stiftskirche steht. Um das Jahr 1000 wurde es in ein Kollegialstift umgewandelt. Aus dieser kirchlich-geistlichen Keimzelle wuchs im 9. Jahrhundert nach und nach ein Gemeinwesen heran, da sich um das Kloster immer mehr Bauern, Händler und Handwerker niederließen. So entstand bald eine Ansiedlung, die in wenigen Jahrzehnten als Markt-, Münz-, Zoll- und Gerichtsstätte Bedeutung gewann. Wann und durch wen genau die eigentliche Stadtgründung erfolgte, ist unbekannt. Verbürgt jedoch ist die Jahreszahl 1241, da Mosbach im Reichssteuerverzeichnis des gleichen Jahres mit 25 Mark Steuersumme aufgeführt ist. An diese Zeit der Reichsunmittelbarkeit erinnert noch heute der Adler im Wappen der Stadt, auf dessen Brustschild sich die Buchstaben OM wiederfinden. Die Abkürzung für "Oppidum Mosebacensis" bedeutet nichts anderes als eine "mit Türmen und Mauern bewehrte Stadt", als die Mosbach im Jahr 1291 bezeichnet wird.

Pfalzgraf Ruprecht INegative Auswirkungen dieser Reichsunmittelbarkeit waren zahllose Verpfändungen der Stadt durch die verschiedenen Herrscher. Erst mit dem Jahr 1362 änderte sich diese Lage, als Pfalzgraf Ruprecht I. die Stadt auslöste und sie in den Besitz der Kurpfalz nahm. Nun wurde eine Entwicklung eingeläutet, die Mosbach innerhalb weniger Jahre zu großer Bedeutung führen sollte.

Pfalzgraf Otto IIm Jahr 1410, nach dem Tode seines Vaters Ruprecht III., der in den letzten Jahren seines Lebens auch deutscher König war, erhielt Pfalzgraf Otto I. die Städte und Ländereien am Rhein, an der Bergstraße und auch im Odenwald als Erbe. Pfalzgraf Otto I. wählte Mosbach zu seiner Residenz. Schon bald nach der Erbteilung kaufte er die umgebenden Dörfer Neckarelz und Diedesheim sowie die Burg Lohrbach hinzu und fasste seine Besitztümer in einem "Amt Mosbach" zusammen. Der Vogt von Mosbach war damals der ranghöchste Verwalter des Landes Pfalz-Mosbach. Als schließlich 1448 Pfalzgraf Otto I. durch Erbschaft und Kauf der ungleich größere und auch reichere Erbteil seines Bruders Johann rund um die Stadt Neumarkt in der Oberpfalz zufiel, gehörten große Ländereien zwischen Nürnberg, Regensburg und der böhmischen Grenze zum Machtbereich der Pfalzgrafschaft Mosbach. Während der Regentschaft von Pfalzgraf Otto I. erlebte Mosbach eine erste Blütezeit, Wohlstand und Ansehen der Stadt stiegen.

Nach dem Ende der selbständigen Residenz Mosbach 1499 wurde die Stadt in unmittelbarer Folge zum bedeutenden Verwaltungsmittelpunkt. Die Kurpfalz richtete in Mosbach ein bedeutendes Oberamt ein, das bis ins 18. Jahrhundert zum bedeutendsten rechtsrheinischen pfälzischen Oberamt anwuchs.

Die kommenden Jahrhunderte, vor allem das 16. und 17. Jahrhundert sahen den Höhepunkt der Stadtentwicklung Mosbachs. Vor allem waren es die Handwerker, die den Wohlstand der Stadt begründeten. So zählt alleine die Zunft der Wollweber, der auch die Leinweber, Färber, Schneider und Kürschner angehörten, zu jener Zeit 131 Meister. Ebenso berühmt und weit über die Grenzen der engeren Heimat hinaus bekannt war die Stadt für ihren Weinanbau sowie die Messer- und Waffenschmiedekunst. Noch heute ist deren Bedeutung an den zahllosen Straßen- und Gassennamen sowie Zunftzeichen der verschiedenen Handwerker in der Mosbacher Kernstadt abzulesen.

Mit 26 qm Grundfläche eines der kleinsten freistehenden Fachwerkhäuser Deutschlands.Um diesen Zeitraum entstanden auch zahlreiche bedeutende Bauwerke, die vom Stolz und Reichtum der Mosbacher Bürgerschaft künden. Beispielhaft zu nennen ist das von vielen Fachleuten als eines der schönsten Fachwerkhäuser Deutschlands gehandelte "Palmsche Haus". Ein eigenwilliges Kuriosum stellt das Haus Kickelhain in der Harnischgasse dar, mit einer Grundfläche von nur 26 m² eines der kleinsten Wohnhäuser Deutschlands. Heute beheimatet es einen Teil der städtischen Sammlungen. Zahlreiche weitere eindrucksvolle und imposante Fachwerkgebäude zieren die Mosbacher Innenstadt, nachdem sie in den vergangenen 20 Jahren mit großem Aufwand und unter hoher finanzieller Belastung zahlreicher Privatleute liebevoll restauriert und saniert wurden.

Die Fachwerkhäuser sind Ausdruck des Wohlstands der Stadt, das Rathaus in seiner heutigen Form aber das Ergebnis des pfälzischen Glaubenswechsels 1546. Die damals hier untergebrachte katholische Pfarrkirche St. Cäcilia, deren Anfänge vielleicht bis in das 9. Jahrhundert zurückreichen, wurde zum Abbruch freigegeben. Der größte Teil der Kirche wurde 1558 abgetragen und auf den erhaltenen Grundmauern das heutige Rathaus errichtet. Als Überrest des ehemaligen Kirchturms ist z.B. das untere Drittel des 34 m hohen Rathausturmes zu erkennen. Als Kurfürst Wilhelm im Jahr 1685 die freie Religionsausübung wieder gestattete, brachte dies für die Stadtkirche bis heute sichtbare Folgen. Da in Mosbach nur noch ein Gotteshaus vorhanden war, trennte man kurzerhand die Kirche brüderlich gerecht in der Mitte, die Katholiken übernahmen den Chor, während das Langhaus den Reformierten verblieb. Seitdem nutzen beide Hauptkonfessionen in Mosbach die Stadtkirche als sogenannte Simultankirche gleichzeitig - die Katholiken als "St. Juliana", die evangelischen Christen als "Stiftskirche".

Das Mosbach des 16. Jahrhunderts war eine wohlhabende Bürgerstadt. Der 30jährige Krieg aber vernichtete diesen Wohlstand zur Gänze. Zwar blieben die Gebäude der Stadt erhalten, umso mehr jedoch litt die Bevölkerung an Hunger und Pest, an Plünderungen und Requisitionen der durchziehenden Heere und Armeen. Erst Mitte des 17. Jahrhunderts endete diese schwerste Zeit der Mosbacher Geschichte und es sollte sehr lange dauern, bis sich die Stadt von diesen Folgen erholte.

Kurfürst Carl TheodorDer Wiederaufstieg der Stadt nach den Wirren der vorangegangenen Kriegsjahre ist auch dem wiederaufblühenden Handwerk und dem Handel zuzuschreiben. Unter Kurfürst Carl-Theodor wird in Mosbach eine Fayencenmanufaktur eingerichtet, die einen ersten wirtschaftlichen Grundstock für die Stadt legt. Seit der Entdeckung einer Salzquelle in den Elzauen wurde seit Mitte des 18. Jahrhunderts eine Saline betrieben, die Speise- und Viehsalz herstellte. In ihren besten Zeiten produzierte bis zu 15 Zentner Salz am Tag, musste aber aufgrund finanzieller Schwierigkeiten im Jahre 1824 ihren Betrieb einstellen. Noch heute jedoch fließt im Landesgartenschaugelände ein Solebrunnen, das aus der gleichen Quelle wie einst die Saline gespeist wird.

Wappen Fürstentum LeiningenNach der Bildung des Rheinbundes fällt Mosbach durch die Neugliederung der Länder 1806 nach dreijähriger Zugehörigkeit zum Fürstentum Leiningen an das Großherzogtum Baden. In dieser Zeit war Mosbach flächenmäßig der zweitgrößte Kreis in Baden, hinsichtlich der Zahl der Gemeinden sogar der größte. Über mehrere Zwischenstationen wird die Stadt 1864 Sitz eines badischen Großkreises und erhält eines der 11 badischen Kreisgerichte zugesprochen. 1879 nimmt auch das Landgericht hier seinen Sitz, bis heute bestehen Amts- und Landgericht in Mosbach. Im Laufe der Zeit entwickelte sich so aus der Handwerkerstadt des Mittelalters eine Verwaltungsstadt und ein Behördenzentrum.

Wappen Großherzogtum BadenMit für diesen Aufschwung verantwortlich war auch der Anschluss an das überregionale Eisenbahnnetz, der 1862 von Heidelberg aus über Aglasterhausen und Obrigheim erfolgte. So war der Elzmündungsraum mit den aufstrebenden Industriezentren im Rhein-Neckar-Raum verbunden. Aufgrund der begrenzten Arbeitsmöglichkeiten in der Region wanderten viele Mosbacher ab, die Stadt selbst erlangte jedoch als Verwaltungszentrum eine bedeutende Aufwertung. Gleichzeitig wuchs Mosbach zu einer für das Umland bedeutenden Schulstadt mit zahlreichen weiterführenden Schularten. Der Grundstein für das heutige Mosbach war gelegt.

Versuche zur Ansiedlung größerer Industriebetriebe oder Anstöße, die Mosbacher Saline wieder zu beleben, blieben in dieser Zeit ebenso erfolglos wie der Gedanke, Mosbach zu einem Luftkurort zu machen. Die Bemühungen des damaligen Bürgermeisters Jacob Renz um die Landschaftspflege und das Stadtbild aber waren wesentlich erfolgreicher. Unter seiner Regie wurde der Stadtgarten, das heutige Kernstück der Landesgartenschau, erbaut und die ersten Mosbacher Fachwerkbauten freigelegt und saniert.

Maschinenfabrik Anton GmeinderVor dem ersten Weltkrieg noch zählte Mosbach eine Tonofenfabrik, eine Zigarrenfabrik, zwei Stempelfabriken, drei große Brauereien (und mehrere kleinere), zwei Malzfabriken und eine größere Diamantschleiferei. 1913 schließlich erhielt Mosbach einen ersten industriellen Großbetrieb: die Lokomotiven- und Maschinenfabrik Anton Gmeinder. Zu diesem Zeitpunkt war Mosbach auch weit über seinen ehemaligen historischen Stadtkern hinausgewachsen und eine rege Bautätigkeit veränderte Jahr um Jahr das Stadtbild.

Die bescheidene aber stete Entwicklung unterbrach dann der erste Weltkrieg und die nachfolgende Zeit der wirtschaftlichen Depression. Die in der Stadt um 1925 lebenden 4.700 Einwohner lebten noch immer in einer Behörden- und Schulstadt.

1923, zur Zeit der großen Inflation erwies sich der damalige Bürgermeister als humorvoller Mensch, als er auf stadteigene Notgeldscheine originelle Sprüche drucken ließ wie: "Dieser Schein hat vollen Wert, dafür bürgt die Michelherd", oder "Mußt du mit bösen Menschen ringen, dann mach's wie Götz von Berlichingen. Schlag nach dem Gruß das Fenster zu und such bei Arbeit Fried' und Ruh'!"

Auch nach 1933 änderte sich an dieser Situation wenig. Zur Förderung der Landwirtschaft wurden 1934 in einer Art Pilotprojekt auf dem Bergfeld, der Mosbacher "Allmende", eine erste badische Bauernsiedlung an 24 Erbhofbauern übergeben. Weitere Maßnahmen zur Stadtentwicklung waren die Eingemeindung Nüstenbachs im Jahr 1935 sowie die Vergrößerung der Gemarkung Mosbachs in Richtung Neckarelz.

Die Zeit des Nationalsozialismus hinterließ auch in Mosbach ihre Spuren. Viele Mosbacher Juden wurden ein Opfer der menschenverachtenden Rassenpolitik dieses Regimes. Auf dem Platz der in der berüchtigten "Reichskristallnacht" im November 1938 zerstörten Synagoge der bedeutenden jüdischen Gemeinde erinnert heute ein Gedenkstein an diese Geschehnisse. Auch war im damals selbständigen Neckarelz vom Frühjahr 1944 an für etwa ein Jahr ein Außenkommando des elsässischen Konzentrationslagers Natzweiler eingerichtet, in dem ausländische Zwangsarbeiter untergebracht waren. Mit dem Einmarsch der amerikanischen Truppen an Ostern 1945 endete für die Stadt der 2. Weltkrieg, den Mosbach glücklicherweise ohne größere materielle Schäden überstand.

Die wichtigste Aufgabe war nun die Unterbringung zahlreicher Vertriebener aus dem ungarischen Donauraum, dem Sudetenland, Schlesien und Ostpreußen. Die Menschen im Elzmündungsraum gingen mit Idealismus und Tatkraft daran, neue Siedlungen für die neuen Mitbürger anzulegen. Innerhalb kurzer Zeit verdoppelte sich so die Einwohnerzahl Mosbachs. Der wirtschaftliche Aufschwung, der alsbald einsetzte, führte auch neue Industriebetriebe in die Stadt. In rascher Folge entstanden große Unternehmen, die viele hundert neue Arbeitsplätze boten. Die Handwerkerstadt des Mittelalters, die Verwaltungsstadt des 19. Jahrhunderts wuchs nun auch zu einem industriell bedeutenden Standort heran.

Diese Entwicklung, vor allem im Hinblick auf die Erschließung neuer Wohngebiete, hält bis heute an. Im Jahr 1961 begannen die Bauarbeiten für ein bundesweit beachtetes Projekt, die "Waldstadt". Für rd. 3.000 Menschen wurde eine komplett neue Siedlung als "Trabantenstadt" aus dem Boden gestampft, abgeschlossen waren die Bauarbeiten im Jahr 1983. Im Westen, Richtung Neckar, wuchsen die Neubauviertel der Stadt mit Neckarelz und Diedesheim zusammen. Im Zuge der Gebietsreform 1972 - 1975 wurden diese beiden zuvor selbständigen Gemeinden ebenso wie die "auf der Höhe" liegenden Gemeinden Lohrbach, Reichenbuch und Sattelbach mit Mosbach zusammengelegt. Seit 1976 ist Mosbach als Sitz des Neckar-Odenwald-Kreises "Große Kreisstadt" und beherbergt mittlerweile über 25.000 Einwohner.


Sehenswertes

Fachwerkbauten / Palmsches Haus
Zahlreiche Fachwerkhäuser beherrschen das Bild der Altstadt von Mosbach. Die tragende Konstruktion eines Fachwerkhauses besteht aus miteinander verbundenen Hölzern. Zwischen den tragenden Bauteilen gibt ein Flechtwerk aus Ruten und Prügeln einer Lehm- und Strohpackung festen Halt. Die Hauptkonstruktionsprinzipien sind dabei der Ständerbau (vom Boden bis zum Dach durchgehende Hölzer) und der Geschossbau (stockwerksweise errichtete Bauten).

Palmsches HausDas mutmaßlich älteste Fachwerkhaus in Mosbach, das Salzhaus, ist auf der Rückseite über mehrere Geschosse verzimmert, also ein Beispiel des Ständerbaus. Gegenüber dem Rathaus befindet sich das Palm'sche Haus aus dem Jahre 1610. Es gilt als eines der schönsten Fachwerkhäuser in Deutschland. Mit seinen verzierten dreistöckigen Erkern, dem feinen Schnitzwerk und den komplizierten Fachwerkmustern ist es ohne Zweifel ein Bauwerk von bedeutendem Rang und ein klassisches Beispiel für den hohen Stand der Zimmermannskunst der damaligen Zeit. Es lohnt sich, die verschiedenen Schnitzereien, von denen einige magische Bedeutung haben, und die Details der Holzkunst an der prachtvollen Fassade zu betrachten.

Rathaus

Mosbacher RathausDas dreigeschossige Rathaus zu Mosbach am schönen Marktplatz wurde in den Jahren 1557 und 1558 auf den Resten der ehemaligen Cäcilienkirche (erstmals 1291 erwähnt) aufgebaut. Das Gotteshaus übergaben die pfälzischen Landesherren der Stadt zum Abbruch, da der katholische Gottesdienst verboten und der lutherische Gottesdienst in der Stiftskirche abgehalten wurde. Von der Kirche erhalten geblieben ist der untere Teil des Rathausturmes sowie die Stephanus-Laurentius-Glocke im Glockenstuhl. Der unverwechselbare Turm gilt als Wahrzeichen Mosbachs. In einem seiner Gewölberäume wird das Archiv der Stadt aufbewahrt, eines der reichhaltigsten Badens. Während die gewölbte Halle des Erdgeschosses früher für den Marktbetrieb genutzt wurde, diente und dient der große Bürgersaal in dem über eine Freitreppe erreichbaren Hauptgeschoss als Versammlungsort des Stadtrates.

Altes Hospital / Museum
Das alte Hospital, ein stattlicher Fachwerkbau aus dem 15. Jahrhundert, dient heute als Kulturzentrum mit Stadtbücherei, Volkshochschule und Stadtmuseum. Die vier Abteilungen des Museums beherbergen eine bedeutsame Fayencesammlung, Zunftfahnen, landwirtschaftliche Geräte und andere Schaustücke zur Mosbacher Stadtgeschichte.

Etwas ganz besonderes ist die Simultankirche am Marktplatz. Das Kirchenschiff (ev. Stiftskirche) ist durch eine Mauer vom kath. Chorraum (St. Juliana) geteilt.Stadtkirche / ehemalige Stiftskirche
Die heutige Stadtkirche und ehemalige Stiftskirche St. Juliana beherrscht den Marktplatz von Mosbach. Das gotische Bauwerk wird sowohl von Katholiken als auch Reformierten zur Feier ihrer Gottesdienste genutzt. Zu diesem Zweck trennt seit 1708 eine Scheidemauer den katholischen Chor (Julianakirche) von dem evangelischen Schiff.

Das gotische Gotteshaus wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts begonnen und im frühen 15. Jahrhundert fertiggestellt. Als erstes wurde der Chor errichtet. Etwa 50 Jahre später wurde die Kirche durch ein dreischiffiges Langhaus nach Westen erweitert. Bis zum Jahre 1708 trennte eine Lettneranlage den Chor, der den Stiftsherren vorbehalten war vom Langhaus, in dem sich die Laien versammelten. 1564 wurde nach der Einführung der Reformation das Julianastift aufgehoben. Fortan diente die Stiftskirche für längere Zeit als evangelisches Gotteshaus. 1708 wurde in Folge der Überweisung der Kirche an die beiden Konfessionen eine Trennmauer zwischen Chor und Langhaus eingezogen. 1732 wurden seitliche Eingangstüren für den Chor geschaffen.

Der Chor, also der katholische Teil der Stiftskirche, wird außen zu beiden Seiten von je einem viereckigen Turm flankiert. Er besteht aus vier kreuzgewölbten Jochen und einem fünfseitigen Abschluss. Sechs hohe zweiteilige Maßwerkfenster sowie das dreiteilige Fenster hinter dem Hochaltar sorgen für reichlich Lichtzufuhr. Der Hochaltar mit geschnitztem Kruzifix und die Seitenaltäre im Chor stammen aus dem Spätbarock (Mitte des 18. Jahrhunderts). An der Wand neben dem nördlichen Seitenaltar befindet sich auch die Grabplatte der Pfalzgräfin Johanna († 1444), der Gemahlin Otts I. von Mosbach-Pfalz mit einem Bronzerelief der Verstorbenen. Darüber hinaus gibt es noch weitere Grabplatten adliger und geistlicher Persönlichkeiten zu sehen.

Vor der Zwischenwand erhebt sich im evangelischen Teil der Kirche eine zweigeschossige Orgelempore, die den früheren Lettner aus dem 15. Jahrhundert ersetzt. Die Wandmalereien im Schiff stammen aus dem Ende des 14. Jahrhunderts. Sie sollen der Belehrung der Laien über die Glaubenswahrheiten dienen, da jedem Apostel ein Satz des Glaubensbekenntnisses in deutscher Sprache beigegeben ist. An den Wänden sind auch mehrere mittelalterliche Grabsteine von Geistlichen und Wohltätern aufgestellt. Ein Kleinod ist die steinerne Kanzel, auf der ein Engel das Schweißtuch der Veronika hält und das pfälzische Wappen mit der Jahreszahl 1468 angebracht ist.

Feste, Märkte und Bräuche
Schon im Mittelalter gab es in Mosbach gesellige Bräuche und verschiedene Märkte. Für das frühe 19. Jahrhundert sind wöchentlich ein Getreidemarkt und zwei Lebensmittelmärkte sowie jährlich ein Leintuchmarkt, zwei Gespinst- fünf Krämer-, und sechs Viehmärkte belegt. Noch heute haben in Mosbach viele Märkte und Feste ihren festen Platz im Veranstaltungskalender.

Der Reigen der Feste wird am zweiten Maiwochenende mit dem Frühlingsfest eröffnet. Dann herrscht in der ganzen Innenstadt buntes Treiben. Zahlreiche Verkaufsstände säumen die Straßen und Plätze. Verschiedene Musikgruppen sorgen für Unterhaltung, und für das leibliche Wohl ist auch bestens gesorgt.

Höhepunkt des Festjahres in Mosbach ist die 1986 ins Leben gerufene Veranstaltung "Mosbacher Sommer". Hier wird ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm geboten, dass von Theater bis zur Revue, von klassischen Konzerten bis zum Blues-Festival reicht. Auch für die Kleinen gibt es viele interessante Angebote.

Beim Kurpfälzer Erntefest steht der Wein im Mittelpunkt. Bei einem guten Schoppen können die Besucher ein paar gemütliche Stunden auf dem Marktplatz verbringen. Darüber hinaus bieten verschiedene Kulturveranstalter und die vielen Vereine das ganze Jahr über ein abwechslungsreiches Freizeitangebot. Ein reiches Betätigungsfeld für Kulturinteressierte bietet auch das Kultur- und Tagungszentrum "Alte Mälzerei".

Anfang Januar versammeln sich jährlich der Bürgermeister und die Ratsherren von Mosbach im Bürgersaal im Rathaus zur so genannten Ratsherren-Weckfeier. Diese Gedenkfeier hat einen geschichtlichen Hintergrund. 1447 stiftete nämlich Pfalzgraf Otto I. aus Anlass des Todes seiner Gemahlin Johanna eine viermal im Jahr abgehaltene Seelenvesper, an der die Ratsherren verpflichtet waren teilzunehmen. Um zu überprüfen, dass die Ratsherren auch wirklich ihren Verpflichtungen nachkämen, erhielten sie beim Gang zum Messopfer einen Wecken. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Brauch in veränderter Form wieder aufgenommen.

Ausflüge
Ein Netz von gut ausgeschilderten Wanderwegen führt zu nahe gelegenen Sehenswürdigkeiten. Von Mosbach aus lohnen einige Ausflüge in die nähere Umgebung, so z. B. in den "Märchenwald" Dallau, zum Schloss Binau (4 km westlich), zur Tropfsteinhöhle in Eberstadt oder zur 6 km entfernten Burg Hornberg bei Neckarzimmern.

Außerdem verfügt die Region um Mosbach über ein ausgebautes Netz an Fahrradwanderwegen, auf denen sich abseits der lauten Verkehrsströme historische Sehenswürdigkeiten, darunter zahlreiche Burgen und Schlösser, und die Schönheiten der Landschaft erkunden lassen. Von der Touristikgemeinschaft Odenwald werden spezielle Routen für Tagestouren angeboten.